Das AdWords-Interface im neuen Gewand

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Evolution und Fortschritt

Seit über 15 Jahren blieb das AdWords-Interface mehr oder weniger unverändert, abgesehen von kleineren Designanpassungen und eher unspektakulären Updates. Anfang 2016 verkündete Google, die Oberfläche von AdWords grundlegend zu überarbeiten, um AdWords, wie sie es selbst bezeichnen, „fit für die nächsten 15 Jahre zu machen“.

Googles Philosophie des „Mobile First“-Ansatzes weitet sich demnach auch auf AdWords aus und verspricht einige interessante Innovationen. Dabei beschränken sich die Änderungen nicht nur auf optische Neuerungen, sondern sollen auch die Usability und Effizienz deutlich verbessern. Für Marketer bedeutet dies mehr Tasks in weniger Zeit erledigen zu können.

Ausgehend von umfangreichen Feedbackanalysen kommuniziert Google dabei 3 zentrale Schlüsselfaktoren, denen das neue Interface Genüge tun soll:

  • AdWords soll sich wieder mehr auf das Unternehmen, und weniger auf deren Produkte konzentrieren
  • Die wichtigsten Daten und Informationen sollen nur einen Klick entfernt sein
  • Die Reduzierung auf einfach zu bedienende, aber mächtige Tools

Als Premium-Partner von Google haben wir das neue Interface bereits unter die Lupe genommen und einen umfangreichen Ersteindruck gewonnen.

AdWords meets Material Design

Der Einstieg in die „neue Welt“ von AdWords zeigt ein vertrautes Bild. Bekannte Farben, bekannte Schatten, bekannte Designelemente, bekannte Schriftarten, bekannte Animationseffekte. Der Erstkontakt mit der neuen Oberfläche lässt keine Zweifel offen, dass es sich hierbei um die Verwendung eines Google Produktes handelt – Willkommen bei Material Design. Mit dem neuen Look reiht sich AdWords nahtlos in Googles Designprinzipien ein, wie sie bereits bei Google Maps, Drive oder Analytics angewendet werden.

Dashboard der neuen AdWords-Oberfläche

Das Dashboard der neuen AdWords-Oberfläche

Wichtiges immer im Blickfeld

Die Übersichtsseite besteht aus 5 Informationselementen, die abhängig von der gewählten Betrachtungsebene unterschiedliche Daten ausgibt. Auf Kampagnenebene werden beispielsweise ein Liniendiagramm (welches mit bis zu 4 Kennzahlen dargestellt werden kann), Veränderungen in den Kampagnen, Leistungskennzahlen der Kampagnen, gerätespezifische Kennzahlen sowie Kennzahlen bezüglich der zeitlichen Auslieferung der Anzeigen ausgegeben. Auf Anzeigengruppenebene werden die kampagnenbezogenen Informationen durch Informationen über Keywords bzw. am häufigsten ausgelieferte Anzeigen ersetzt. Die Informationselemente sind dabei im Card-Design angeordnet und sollen durch den dezenten Einsatz von Farben (z. B. bei Heatmaps) schnelle Insights in die jeweiligen Informationsgebiete geben.

Elemente der Übersichtsseite des neuen AdWords-Interfaces

Dynamisch generierte Berichtelemente auf der Übersichtsseite

Eine gänzlich neue Bedienung

Die Navigation der neuen Oberfläche unterscheidet sich deutlich von jener, an die sich die User über die Jahre gewöhnt haben. Zu erwähnen ist neben der umfassenden Umstrukturierung der Navigationselemente auch die Einführung einer zusätzlichen Navigationsleiste. In der linken Spalte finden sich nun die im Konto befindlichen Kampagnen, aufgeschlüsselt nach Kampagnentyp (inklusive Filtermöglichkeiten) und Kampagnenname. Ein Klick auf den Kampagnennamen erweitert das Menü um die darin befindlichen Anzeigengruppen – so weit, so bekannt. Die aus der alten Oberfläche teils inflationär auftretenden Tabs befinden sich nun zum Großteil in der zweiten Navigationsspalte, die zudem erweitert wurde, um Einstellungsoptionen wie dem Werbezeitplaner oder den Gebotsanpassungen. Tabs finden sich im neuen Gewand in deutlich reduzierter Form und ergänzen die in der Spaltennavigation ausgewählten Elemente um sinnvolle Inhalte. Beispielsweise finden sich unter den Keywords nun nicht nur die Keywords für das Suchnetzwerk, auszuschließende Keywords sowie die Suchbegriffe, sondern auch die Auktionsdaten, die in der gewohnten Oberfläche eher über Umwege aufzufinden waren.

Menü für Kampagnenmanagement AdWords neu

Die zentrale Anlaufstelle für das Kampagnenmanagement

Gründlich aufgeräumt

Benutzer, die gerne an gewohntem Festhalten, stößt Google mit den teils doch als radikal empfundenen Änderungen etwas vor den Kopf. So suchen Alteingesessene den Tab für die Dimensionen vermutlich länger als ihnen lieb ist. Entgegen der Annahme, dass sich die Dimensionen in einer der beiden vertikalen Navigationsleisten befinden müsste, wurden diese nun mit den Berichten zusammengefasst und warten in der horizontalen Menüleiste darauf, intensiv genutzt zu werden. Apropos horizontale Menüleiste: Diese ist weitgehend statisch und verändert sich, im Gegensatz zu den sehr dynamischen vertikalen Menüleisten, so gut wie gar nicht. Ebenso beherbergt sie Tools zur Planung (z. B. Keyword-Planer), die gemeinsam genutzten Bibliotheken, Bulk-Aktionen, Tools zur Messung (z. B. Einstellungen zu den Attributionsmodellen) sowie die allgemeinen Kontoeinstellungen. Nicht nur stilistisch, sondern auch inhaltlich sind hier die größten (Um-)gruppierungen anzutreffen. In der uns vorliegenden Alpha-Version der AdWords-Oberfläche wurden die meisten Tools allerdings noch nicht an das neue Grundgerüst angepasst und verweisen unspektakulär zur klassischen Umgebung.

Hoizentales Menü des neuen AdWords-Interface

Im horizontalen Menü wurden Elemente großzügig zusammengefasst

It’s easier to get things done

Im Laufe des Jahres soll der finale Release freigegeben werden und den Anwendern zur Verfügung stehen. Da es sich bei unserem Preview, wie eingangs erwähnt, um eine Alpha-Version handelt, ist davon auszugehen, dass sich im Interface noch einiges verändern kann und, wie man Google kennt, höchstwahrscheinlich auch wird. Aus den bisherigen Tests können wir aber festhalten, dass sich die neue Oberfläche, zumindest subjektiv, sehr schlank und in weiterer Folge auch schnell anfühlt. Nach der obligatorischen Eingewöhnungsphase dürfte Google also sein Versprechen einhalten und die Arbeit mit AdWords deutlich effizienter ermöglichen.

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